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Ich hatte Schneekugeln, ich ließ sie fallen in Menschenmassen

Sie sind alle gegangen. Gerade als ich mich an ihren Geruch gewöhnt hatte oder daran, überall lange Haare zu finden. Und jetzt sind wir wieder unter uns. Alle gegangen bis auf dich. Die straffe kahlrasierte Walküre Depression mit dem harten Tritt. Die in meinem Schädel nistet und ihre Nachkommen mit Scherenschnabel in den Tod pickt. Es gab Tage in denen ich nicht sicher war. Was uns angeht. Tage an denen ich an eine glorreiche Zukunft dachte. Captain Future, Sexandroiden und the Second Coming of Christ. Aber ich hab aufgehört zu denken dass da jemand sein sollte zwischen uns, es sollte nur dich und mich geben, deine Haut an meiner. Wie mit Sprengstoff befüllte Glasperlen, die meine Magengrube umpflügen. Niemand soll den Aufprall dämpfen, wenn unsere Geschlechter wie Nascar-Wagen kollidieren. Es ist eine Gefühlsraserei, aber ich setze auf das falsche Pferd. Denk an die verflossenen Kamelzehen im Mundwasser unter Brücken. Ich kann nicht ertragen wie andere Menschen riechen, Annexion meiner Sinne. Ich will mich ungefiltert auf dein Skelett legen und deine Knochen mit meinen vermischen, als wären wir ein Massengrab. Ich will meine Sehnsucht auf deine Rückseite spucken, eine menschgewordene Briefmarke für einen ausreichend frankierten Selbstmord. Ich will dich nicht verlieren. Noch mal und ich sterbe. Ein kalter Kriegswinter an der Ostfront. Eine bildhübsche Brünette in SS-Uniform und mit Harfe statt Zunge, mit der sie singuläre Lieder spielt. Ich seh unsere Zukunft, du und ich in einem Horrorhaus mit Schrumpfköpfen. Wir geben Rockkonzerte auf dem Dachboden, das Plektrum meiner Einsamkeit streicht über deine Saiten wie eine Hand voll Eiskratzer. Ich seh uns da liegen, 69, und wir werden uns unsere rostenden Geschlechter auf der Zunge zergehen lassen. Bis eines Tages Gott ein Einsehen hat und uns vergehen lässt, endlich gehen lässt. Alle gegangen bis auf dich. Ein Schmerz den ich mit einer Handykamera aufnehme und auf Youtube lade. Bitte geh nicht Baby. Noch mal und ich sterbe. Denn weißt du, ohne Traurigkeit wäre ich doch so allein. So gottverlassen allein.
7.9.09 00:11
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


A. / Website (7.9.09 00:41)
scheisse, ist das gut.

so gut dass man den schmerz spürt, das verlangen spürt.....

da versagen worte dann wohl doch nicht.


A. / Website (7.9.09 00:59)
so.
nun hab ich mir deinen ganzen blog durchgelesen.

er ist wunderbar herrlich wahnsinnig krank.

deine art zu schreiben geht sowas von unter die haut, man glaubt wirklich die dinge sehn zu können,riechen zu können....ja, fast schmecken zu können.
es ist herrlich absurd.

mir fehlen doch noch son bisschen die worte, áuch wenn sie das an der stelle vermutlich nicht dürften, aber die machen bei mir eh immer was sie wollen.

in deinem fall scheinst du sie allerdings verdammt gut zu beherrschen und nicht sie dich.


verrückt, abstruß und irgendwie auch ziemlich genial.

grüße

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