* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* Letztes Feedback






Es ist wie Kafkas Schloss, weißt du?

Ich habe dich geliebt. Ich hätte Weltmeere geteilt für dich. Ich hätt mich mit Säure übergossen wenn du mein Skelett hättest berühren wollen. Ich hätte den Dalai Lama ausgeknockt, ich hätte Blutsverwandte mit Judas-Kuss verraten und verkauft. Ich hätte Schneekugeln mit meinem Blut gefüllt, damit du meine Seele trinken kannst. Ich hätte mir deinen Namen als Branding auf mein Herz auftragen lassen. Ich hätte Genozid und Suizid begangen für dich. Ich hätte in jahrelanger Arbeit deinen nackten Körper auf Kirchendecken gemalt. Dein 1 83 Michelangelo mit dem blassen Teint und Tellerminen statt Pupillen. Ich hätte Bände über dein Leben mit meinem eigenen Blut geschrieben. Ich hätte mich in zwei Hälften gerissen, damit du mehr zum Lieben hast. Ich hätte meinen Schwanz zu Sternenstaub verarbeitet und dir wie Kuchenstreusel in die Fotze gestreut, damit ich immer bei dir bin, ganz nah, so sehr du. Ich hätte wie die Frau in Dorian Gray Selbstmord begangen, bloß um deiner Eitelkeit zu schmeicheln, bloß damit du die Schönheit dieses Opfers erkennst. Ich hätte eine Selbstmordsekte gegründet und deinen Vorgarten in ein Massengrab verwandelt, um der Pluralität meiner Liebe Ausdruck zu verleihen. Ich hätte dir Minnegesang auf meiner Wirbelsäule vorgetragen. Ich hätte ein Requiem komponiert. Ich hätte dir Beethovens Neunte in Blei gegossen und dir ‚nen Kopfschuss verpasst, damit du die Klänge meiner Liebe in deinem Schädel nachhallen hörst. Ich hätte auf deine Kannibale sucht Mann zum Schlachten-Anzeige geantwortet und hätte mit dir bei Kerzenschein meinen Schwanz verspeist. Ich hätte dir meine Liebe als Angel Dust in deine kirschroten Lippen und unter die Netzhaut gepustet. Ich wäre für dich geschmolzen wie der T1000. Ich hätte mich klonen lassen um dich in alle Löcher zu ficken, damit du erfüllt bist von mir. Ich hätte dich als Line gezogen, bis ich meine Eingeweide auskotze, es wäre egal gewesen, Hauptsache DU in mir. Ich wollte endlos sein mit dir, wie ein langweiliger Opernabend. Ich hätte mein Gefühl in Spritzen aufgezogen und hätte dir ‚nen goldenen Schuss ins Herz gesetzt. Ich wollte dir meine Gedanken visualisieren, ich wollte dass du siehst was sich in meinen Hirnwindungen vorgeht, wie in Pulp Fiction, als sie über den Hubbel fahren. Schädelstücke in Ben und Jerry’s-Eis, Half Baked. Schädelstücke nur für dich. Ich hätte dir die Exklusivrechte an meinem Leben und meinem Tod gegeben. Wenn ich mein Leben verfilmt hätte, hätte es ausgesehen wie in Andy Warhole, ich hätte gefilmt, wie du schläfst. Ich hätte den Roten Tod hereingelassen, wenn du seine Begleitung gewesen wärst. Ich hätte mich mit AIDS, Syphilis und Pest infiziert, wenn ich im Gegenzug für eine Millisekunde einen winzigen Teil deines Schulterblattes hätte berühren dürfen. Ich hätte mich sterben gelegt in diesen fallenden Schulterblättern, wenn es Herbst wurde. Ich hätte mich von Bauarbeitern mit Kettensägen fällen lassen, damit du mit deinen Fingern über meine Lebensringe streichen kannst. Ich hätte Abführmittel geschluckt bis ich mein gottverdammtes Nachkriegsherz ausscheiße. Dann hätte ich es gesäubert, dieses Herz, und dir nach der Geburt in niedlicher Babykleidung in deine darbenden Wüstenarme gelegt. Ich hätte Zitate aus Schlaflos in Seattle und all diesen widerlichen Genrefilmen auf die aufgequollene Wasserleiche unserer Beziehung tätowiert. Ich hätte mich ans Kreuz nageln lassen, damit ich dein Gesicht in der Menge sehe, das letzte was ich sehe auf dieser Welt und was sich einbrennt in meine Netzhaut. Du hast Abdrücke hinterlassen in meinem Herz. Mein Herz ist eine Betonwand, auf der nach einer Atombombenexplosion die Silhouetten sterbender Kinder eingebrannt sind. Die Frau die ich liebte setzte sich in einen Flieger und über der Wolkendecke rissen Engel ihr die Seele aus der Brust, weil sie ein Stück ihrer Anmut besitzen wollten. Das erste Mal als wir auf der anderen Seite gefickt haben, hast du geweint. Die Frau die ich liebte war eine russische Puppe, ich wollte 20000 Meilen unters Meer und im blutroten Korallenriff am Grund ihrer Seele tauchen. Ich öffnete sie und blickte in sie, und alles was sie enthielt war sie selbst, und ich drang tiefer und alles was ich sah war immer nur ihr Abbild. Ich wollte es wäre gewesen wie in Slasherfilmen. Ich hatte gehofft du bist mein Last Girl. Es ist wie Kafkas Schloss, weißt du. Sieh, mein ganzes Leben lang hab ich gesucht nach dir. Die Frau die ich liebte zwang mich dazu, Säure zu trinken, damit sie mein Skelett berühren kann. Unter meiner Haut liegen russische Puppen in Massengräbern. Ich hab dich geliebt.
26.9.09 21:32
 


Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


A. / Website (26.12.09 21:07)
ich glaub ich les mir deinen blog jede woche mind 2 mal durch.
und jedes mal berührt es mich wieder.
das ist fast ein bisschen wie nietzsche oder coelho lesen.
doch wohl eher mehr nietzsche als coelho.

ja, ich kann nicht verleugnen dass ich etwas fasziniert bin

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung